Reg.-Rat Ing. Lambert Binder
(1905 - 1981)

 
Exkurs zu Gustav Meyrink

Biographisches

Gustav Meyrink, eigentlich Gustav Meyer (19 01 1868 - 04 12 1932)

Anmerkungen zu Werk und Wirkung

Gustav Meyrink ist ein okkulter Autor, der vielfach Kultstatus genießt und bei Personen, die in diesen Kategorien denken, als Eingeweihter gilt. Ich finde bei Meyrink eine ganz eigentümliche Amalgamierung des Phantastischen und Skurrilen mit dem Spirituellen.

Berührend ist die Schilderung seines Todes — vorausgesetzt, daß diese Überlieferung korrekt ist und nicht nur etwa einer Meyrink-Hagiographie entspringt.

Meyrinks Interessen beinhalten durchaus disparate Gebiete wie Yoga, Alchemie und das wohl bekannteste, gleichzeitig nicht unproblematische Phänomen der Parapsychologie, die Telepathie, wobei er übrigens selbst auch (Traum-)Telepathie-Experimente unternahm. 

Während Meyrink — als ein Suchender — längere Zeit Mitglied der Theosophischen Gesellschaft gewesen ist und in Prag auch eine eigene theosophische Loge gegründet hatte, wandte er sich, sobald ihm sozusagen die Augen aufgegangen waren, von der Theosophie ab, die er später wie folgt charakterisierte: »Eine Hekatombe faules Manna in Form theosophischen Literatur ist vom Himmel gefallen«.
Im Zusammenhang mit der Theosophie muß auch eine weitere Persönlichkeit genannt werden, mit der Meyrink damals befreundet war und für die sich später auch Lambert Binder interessiert hat: Friedrich Eckstein.

Immer wieder hat Meyrink, sowohl in eigenen Werken wie auch als Herausgeber oder Übersetzer von Werken anderer Autoren, okkulte Themen im weitesten Sinn aufgenommen. Sein An der Grenze des Jenseits (1923) beschäftigt sich überhaupt mit Phänomen der Parapsychologie, ebenso Camille Flammarions von ihm übersetztes Werk Rätsel des Seelenlebens (1909).

Literatur (Auswahl)

Ich biete hier keine Bibliographie von Meyrinks Werken oder der Sekundärliteratur über sein Schaffen, sondern weise nur auf Dinge von besonderem Interesse jenseits des rein literarischen Aspekts hin.

Hintergrund zum Binder-Zitat über den Hoax u. a.

Darüber hat Lambert Binder öfters gesprochen:  ein Vertrag zwischen Gustav und Mena Meyrink und Friedrich Alfred Schmid-Noerr (ebenfalls ein okkulter Schriftsteller) vom 14. Januar 1927 legt die hälftige Teilung sämtlicher Einkünfte aus »Der Engel vom westlichen Fenster« fest.  (Vgl.: Gustav Meyrink. Ein Schriftsteller in Starnberg 1911-1932. Katalog zur Ausstellung im Heimatmuseum der Stadt Starnberg vom 28 10 1992 bis 31 01  1993, zusammengestellt von Herbert Schmied; Exponat Nr. 215N.)

Übrigens hat Meyrink in den Jahren 1912 – 1914 auch andere Gemeinschaftsproduktionen verfaßt, und zwar vier Werke gemeinsam mit Roda-Roda (eigentlich Alexander Sándor Rosenfeld); Lambert Binder hatte darüber mit Roda-Roda Korrespondenz geführt, dieser schreibt ihm am 11. März 1936 u. a.:

[...] Ich freue mich, dass Gustav Meyrink, den ich so sehr verehre, im Gedächtnis seiner Freunde fortlebt. Ich habe einst vier Komödien mit Meyrink geschrieben — sie sind auch im Buchhandel erschienen — und schon daraus geht hervor, dass Meyrink eine grosse Rolle in meinem Leben spielt, dass ich oft an ihn denke. Ich bin aber im Frühling 1926 aus München weggezogen, habe dann Meyrink 2 Jahre später in Starnberg besucht — 1932 starb er. Im Briefwechsel standen wir nicht oder nur selten. Ich weiss nichts über seine nachgelassenen Werke. Unter uns: Ich glaube auch nicht, dass viel Wertvolles dageblieben ist; Meyrink war in seinen letzten Jahren wenig produktiv. Dies aber soll vertraulich bleiben, bitte. Frau Sibylle Böhler, Meyrinks einzige Tochter, ist an einen der grössten Antiquitätenhändler M¨nchens verheiratet. Vielleicht wenden Sie sich an die [...]

Quelle: Antiquariat Autographen & Bücher Eberhard Köstler
 

Links

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Yoga
Literatur in der Wiener Moderne
Über Gustav Meyrink (mit einer Vielzahl weiterer Links sowie Werken on-line)
Legalize Spiritual Discovery (mit Texten on-line)
Friedrich Eckstein
 

© Peter Mulacz

 


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